STRIPED
Eine Visualisierung von Anonymität
Ort: Graz Stadt
Personen: Eva Pichler, Gerhard Pichler
Besondere Kennzeichen: Ausgestattet mit Anonymität in Form eines mit Schminkfarbe quer über die Augen aufgetragenen Balkens, wie man ihn von Fotos aus Printmedien kennt, wenn es um die Erhaltung der Privatsphäre von dargestellten Personen geht.
So waren wir unterwegs. Dort, wo Menschen sind. In Stadträumen. In Konsumlandschaften.
Was löst er aus, dieser schwarze Balken, ein Element, das uns in seiner Funktion durchaus geläufig ist? Macht er uns zu Anonymen? Auf den Straßen? In den Geschäften?
Einen ganzen Vormittag haben wir einen schwarzen Balken getragen, waren so gezeichnet aber weder frei noch anonym. Wurden beobachtet, begafft, argwöhnisch verstohlen angeschaut. Nahezu bespitzelt.
Dachten die Leute an potentielle Bankräuber mit „Blödmann- Prädikat“?
Sobald man in der Öffentlichkeit anders auftritt, als das jeweilige Schema es erlaubt, ist man so gar nicht anonym. Wo man sich ohne Balken nahezu unsichtbar durchschlängeln kann, blickt einen plötzlich Augenpaar für Augenpaar ganz unvermittelt an. Also löst ein Element der Anonymität, ja ein Zeichen dafür, in der Realität das genaue Gegenteil aus.
Müssten wir nicht alle einen schwarzen Balken tragen, wo wir doch meist nebeneinander her leben, uns gegenseitig oft weder bemerken, noch beachten, geschweige denn wertschätzen? Beachtet wird der, der es wagt, sich selbst als anonym zu definieren.
Auch Produkten gegenüber haben wir eine ähnliche Anonymität. Wer die sind, die alles blindlings kaufen, fragt man sich?
WIR SIND AUCH „DIE LEUTE“
Die, die den ganzen Konsummist kaufen, die Werbung schlucken und wie die Lemminge durch die Einkaufsstraßen ziehen, anonym und gleichzeitig auf der Suche nach persönlicher Glückseligkeit.
WIR SIND DIE LEUTE.




