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Bewerbung "Jenseits von Eden"

Das Paradieswort - Die Asymptote zum Tor des Paradieses

AufbauEva und die ÄpfelMegaphon
 
Was blieb 

Einführungstext >playground<

Urlaubsparadiese, Gartenparadiese, Einkaufsparadiese – der Paradiesbegriff ist längst den Religionen entrissen und wird uns in den Medien täglich aufs Neue vorgekaut. Käufliche Diesseitsparadiese konkurrieren mit religiösen Jenseitserklärungen. Wie gehen wir, derart beeinflusst, an den Paradiesbegriff heran? Was ist Paradies wirklich?

Ist es ein Ort oder entsteht es im Menschen selbst?

Vor allem ist „Paradies“ Vielschichtigkeit. Wir suchen ihr kleines Paradies, um einem großen, durch massigen Gebrauch sinnentleerten Wort nahe zu kommen – durch bewusstes persönliches Nachdenken soll dem Paradiesbegriff wieder Gehalt gegeben werden, der in einem Endloswort sichtbar wird. Der dabei entstandene, gesammelte Wortteppich überspannt/teilt ab 16 Uhr den Hauptplatz: Die Linie als der schmale Grad des Versuchs einer Annäherung an ein vielschichtiges Wort und als eine Trennung in Dies- und Jenseits – ein Paradies zum Fixpreis gibt es nicht und es kann auch nie absolut lokalisierbar sein.

Jenseits von Eden, Konzept

Konzept für „Jenseits von Eden“

Der Mensch wurde aus dem Paradies verbannt, denn er erkannte sich. Aber aus welchem? Einem katholischen? In dem es keine Begriffe wie Gut und Böse, weder Leben noch Tod gibt? Aber kann das Leben ohne den Tod verstanden werden. Zerfallen nach dem Tode alle Begrifflichkeiten, die den Menschen ausmachen wieder zu dem Staub, aus dem er geformt wurde? Beginnt hier die wahre Erkenntnis oder ist gerade die Erlösung, die Erfüllung der Offenbahrung, die Lastnahme eines dauernden Erkenntnisdranges, das wahre Paradies? Ist das Paradies ein Ort oder entsteht es im Menschen selbst.

Jede Religion hat ihre Erklärung für das Leben nach dem Tode. Aber in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft, laufen Diesseitsparadiese (Schwimmparadies, Einkaufsparadies, Einfamilienhaussiedlungsparadies) jeglicher metaphysischen Vorstellung den Rang ab. Warum warten, wenn man das wahre Leben schon jetzt in vollen Zügen genießen kann. Das ewige Leben ist out, denn das ewige Leben bedeutet vielleicht auch ewige Langeweile, also Erlebnisstillstand.

>playground< seziert Meinungen und verortet sie auf dem Hauptplatz. Durch die Vorspielung stereotyper Jenseitsvorstellungen, versucht >playground< Leute auf ihre einseitig positionierte Lebensinterpretation aufmerksam zu machen, ihnen einen Spiegel vorzuhalten, einen, der spricht. Am Schluss stehen alle Meinungen zu einem Wort vereint. Wie jedes Modell nur ein Versuch sein kann, die Welt zu erklären, ist das „Paradieswort“ eine bloße Annäherung, eine Asymptote zum Tor des Paradieses. Denn Gewissheit gibt es nicht. Weder über das „Hier“ noch über das „Dort“.

Aktionen:

Den ganzen Tag: >playground< sammelt Jenseitsvorstellungen und proklamiert Stereotype.

Eva, die Mutter aller, eine zu Unrecht verurteilte Gestalt unserer Mythologie, hofft auf solidarische Mitbürger, die einen Teil ihrer „Schuld“ auf ihre Schultern laden und sie so ein wenig entlasten.

von 16:00 – 17:00 >playground< präsentiert seine den ganzen Tag über gesammelten persönlichen Paradiese in einem gigantischen Wortteppich. Ein Wort als Annäherung zum Paradies.

offizieller Flyer