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Für unsere Gäste
Aktion/Installation einer Pantoffelheldin presented by >playground<
Nur kurz zu Besuch zu sein, erinnert an frühere, regelmäßige Visiten bei Verwandten, wo die Hausfrauen in reinheitsfanatischer Tüchtigkeit nach dem Eintreten und gegenseitigen mehr oder weniger herzlichen Begrüßens eine Palette an filzigen Behelfs- Schuhen auf dem kalten Vorhausboden auslegten – Schuhe ausziehen war natürlich schon aus Rücksicht auf den perfekt sauberen Boden obligat. Man wurde angewiesen, doch ein Paar dieser Möchtegern- Schlapfen überzuziehen. Dem Besuchszeremoniell folgend musste nach dem Darbringen der überaus praktischen Gästepatschen, kleinlaut gekontert werden, dass man eh extra dicke Socken anhabe und des Behelfs nicht unbedingt bedürfe (ganz nach dem „Nur- keine- Umstände- Machen- Motto“) schon ahnend, dass das Gegenüber beharrlich bleiben und insistieren würde, man werde sich noch verkühlen und das sei nun ja wirklich nicht notwendig.
Blasenentzündungen sind langwierig und unangenehm.
Zu Besuch zu sein, bedeutete in unserer Familie: es gibt keinen Weg vorbei an offerierten Gästepatschen, so oder so. Einzig: Zuhause fühlt man sich nur in den eigenen Patschen, die man zum „zu Besuch sein“ meist nicht mitbringt; und willkommener, wenn es heißt: Schuhe anlassen – es wird zwar geputzt, aber die Gastfreundschaft ist uns wichtiger.
Gleichzeitig manifestiert sich im Straßenschuhe- Ausziehen für den weltoffenen, kuturinteressierten Menschen vielleicht auch ein Moment, das grob mit Ehrfurcht bzw. mit dem respektvollen Betreten „heiliger“ Stätten umrissen werden kann – viele Tempel verschiedenster Religionen dürfen nur unter der Bedingung des Zurücklassens der Fußbekleidung überhaupt betreten werden. Hier nun die Einführungsaktion, sozusagen der Testlauf für derartige Erfurchtsbezeugungen in Kunst- und Kulturtempeln.
Sie sind heute nur zu Besuch hier – haben sie auch den Mut Ehrfurcht zu zeigen?











