Aufgabenstellung
Aufgabe ist der Entwurf eines Objektes aus dem Baustoff Ziegel. Dieses muss keinen rationellen Zweck erfüllen, kann als Skulptur also frei definiert werden. Zur Verfügung stehen fünf verschiedene Ziegelprodukte, es können in Summe maximal 50 Stück verwendet werden. Eine Mischung der fünf vorgegebenen Ziegelformate ist zulässig. Die Siegerprojekte werden realisiert und ausgestellt.
Auslober:
Living Rooms in Kooperation mit dem Österreichischen Ziegelverband
AnotherBrick Homepage
Auszug aus dem Juryprotokoll
Beschreibung Projekt

"Zügellos Ziegeln"
Häuser, lasst den Ziegel frei, von euren Wänden, Dächern und Decken.
Auch die Menschen sollen den Ziegel erleben dürfen, seine Größe erfahren, seine Schwere tragen, seine Oberfläche fühlen können. Der Ziegel soll nicht länger hinter Putzen und Anstrichen im Verborgenen ruhen – langweilig aufeinander geschichtet – er soll neue Betätigungsfelder erfahren, die näher beim Menschen liegen, damit der Mensch eine Chance bekommt den Ziegel als das, was er ist, zu begreifen und nicht als bloße Verarbeitungsform.
Die Lust am Ziegel entdecken
Um den Ziegel als Baustoff besser zu verstehen, muss man ihn am Körper spüren, seine Dimensionen und sein Gewicht persönlich erfahrbar machen. Und so ein Gefühl bekommen… Wer weiß schon, wie viel ein Dachziegel wiegt, oder wie er sich angreift, ob er eher rauer, oder doch glatter, als ein so genannter „Normalformatziegel“ ist. Als Kinder bauen wir mit Bausteinen und haben ein gutes Gefühl dafür, was sie wiegen, wie sie sich angreifen – weil wir sie ganz einfach dauernd in die Hand nehmen. Je älter man wird, desto abstrakter wird der Bezug zu solchen Dingen. Ziegel werden verplant, ohne dass man mehr weiß, wie sie sich anfühlen. Sie gelten als eher schmutzig – und man fragt sich wozu man sie auch angreifen sollte…
Unsere Designobjekte sollen diese Angst vor dem Ziegel nehmen und Erfahrung mit dem Ziegel und seiner Ziegelhaftigkeit auf eine andere Weise möglich machen. Natürlich könnte man auch ganz einfach auf eine Baustelle oder in einen Baumarkt gehen und plakativ gesagt „ein paar Ziegel hochheben“ Aber es geht eben auch darum ein Gefühl zu erzeugen… Durch unsere Accessoires des alltäglichen Lebens – aus dem Material Ziegel und einigen Hilfsmaterialen gebaut – kann uns viel mehr bewusst werden, wie „leicht“ uns der Alltag gemacht wird. Der direkte Bezug zu gleichen Gegenständen aus ihrem herkömmlichen Material ist ebenso möglich, wie ein modisches Erlebnis mit diesem ganz neuen Material…
Ein Ziegel als Schuh ist in der Form eines Flip Flops im Winter im Ofen anwärmbar, im Sommer wird der Fuß durch einen gelochten Ziegel gut durchlüftet. Nicht zu vergessen seine Tauglichkeit als Fitnesstrainer für die schlaffe Beinmuskulatur. Und wo kann man die Oberfläche eines Ziegels - seine typische Rauheit besser wahrnehmen, als an den empfindlichen Fußsohlen.
Die Lust am Ziegel eben…
Mit einem Korb aus einem Hochlochziegel, einer Tasche aus Dachziegeln – für wichtige Akten, absolut knitterfrei und formstabil, sowie einem Lendenschurz für das beste Stück, bringt unsere Kollektion den Ziegel an den Körper – zum Fühlen und Erleben.
Und aus einem abstrakten Baustein, wird ein lustvolles Objekt, ein modisches Accessoire.
Den Ziegel herausreißen aus seiner Mauer- Lethargie - ihn nicht länger als Bestandteil von etwas, nein als eigenständiges Objekt sehen – ihn spüren und um seine Beschaffenheit wissen.
Die Lust am Ziegel also…
Lasst uns den Ziegel befreien.
Ziegeltasche "Hanna"
Lässig zu tragen und das zu jeder Tageszeit, so präsentiert sich das hier vorliegende Modell
Gefertigt wird dieses Prachstück aus 4 Dachziegeln, Lederriemen b=7cm, Lederschnüren das Finale bildet eine Klarlackschicht.
Flipflop Ziegel "Hermes"
Die gemütliche Wintervariante in Normalformat voll
Die luftige Sommervarinte in Normalformat gelocht
Ziegelkorb "Hilde"
Mit ein wenig Schnitzgeschick, wird aus einem faden 38er ein schicker Korb für Zwischendurch und auch für den Abend.
Lendenschurz "Adam"
Nicht nur das Dach will geschützt sein - schon vor so manchem Regen und einigen Fäusten wusste diese lässige Kombination aus Gürtel und Dachziegel schon abzuhalten - Glück für den Träger, Pech für den Faustinhaber.